Dornröschen erwacht beim Märchen im AMO

Dornröschen verzaubert seit Jahrhunderten. Die berühmte Geschichte der schönen Königtochter wird das Weihnachtsmärchen der Schaubühne. Ein Gespräch darüber mit Peggy vom Autorenteam G.K.P. Meinecke.

MAGDEBURG KOMPAKT: Warum ausgerechet das „Dornröschen“?
Peggy Meinecke: Es ist mein Lieblingsmärchen, seit ich es zum ersten Mal gehört habe. Wir hatten zuhause Schallplatten mit vier Märchen, eins davon war Dornröschen. Sie war auch auf dem Titelbild und wirkte schön und märchenhaft. Das hat mich bezaubert. Und ich denke, das geht auch vielen anderen so bei dieser Geschichte. Deshalb möchten wir in diesem Jahr auch das jüngere Publikum mit diesem besonderen Zauber vertraut machen.

Möchtest du gern das „Dornröschen“ sein?
(lacht) Und so viel schlafen? Nein. Aber als Märchen ist es schön.

Seit wann arbeitet ihr als Schaubühne an der neuen Märchenaufführung?
Seit dem vorigen Jahr. Welches Märchen es sein soll, darüber waren wir uns sehr schnell einig. Anfang des Jahres war die Inszenierung dann im Grundgerüst fertig. Im Februar haben wir bereits mit den Leseproben angefangen, so früh wie noch nie. Gleiches gilt für die Proben, so weit waren wir in den Jahren zuvor nicht.

Weil mehr Routine eingekehrt ist?
Routine klingt fast negativ. Die Proben sind intensiver geworden. Unser Regisseur, Knut Müller-Ehrecke, ist diesmal mit einer anderen Strategie in die Proben gegangen. Wir treffen uns nicht mehr alle zur selben Zeit, sondern es wird mehr szenenweise geprobt. Da immer nur jene da sind, die in der Szene auftreten werden, ist es intensiver. Es geht entspannter zu und ist gleichzeitig effektiver. Der einzige, der alle Szenen kennt, ist der Regisseur. Erst jetzt, bei der Probe nächsten Donnerstag, werden wir dann alle Szenen zusammenfügen. Das ist spannend.

Ihr habt schon die unterschiedlichsten Märchen aufgeführt und seid darauf bedacht, dass jeder Darsteller eine neue Herausforderung erhält. Wie sieht es in diesem Jahr aus, wie wurden die Rollen vergeben?
Ja, wir haben auch in diesem Jahr auf Wechsel geachtet. Martina Behnisch war im vorigen Jahr eine Wache, in diesem Jahr wird sie als Dornröschen zu erleben sein. Kerstin Liebe, zuvor Kräuterfrau, ist diesmal Königin. Steffi Rink war Ornitius und ist nun mit Achim Klewe und Ingo Fritz in der „Küche“ tätig. Unser Knut Eicke wechselte vom König zum Knappen. Wieder dabei ist Edgar Ziegler, als König. Als neue Mitspielerin ist Ulrike Bauer die gute Fee. Auch „Prinz“ Philipp ist neu dabei sowie unser Spindelchen, Emil Bauer, als jüngster im Ensemble.

Und du bist der Till, der durch die Geschichte führt?
Nein, das übernimmt in diesem Jahr Daniel Herzog, der Zauberer der vorigen Inszenierung. Ich darf endlich mal böse sein – die böse Fee.

Ihr habt euch für jede Inszenierung stets etwas Besonderes einfallen lassen. Im vorigen Jahr beispielsweise wurde viel gesungen. Wie ist es beim Dornröschen?
Gesungen wird auch diesmal, weil wir gemerkt haben, wie viel Freude es den Kindern macht mitzusingen. Aber in diesem Jahr wird erstmals auch getanzt! Dafür ist es uns gelungen, die Eleven der Theaterballettschule zu gewinnen.

Für das Fest am Königshof?
Sie sind Teil des Hofballs, ja, aber auch eine tanzende Dornenhecke. Ihr Auftritt wird ein Highlight! Das kann ich schon versprechen.

Ab 8. Dezember ist eure Inszenierung im AMO zu erleben. Sind das die einzigen Auftritte?
Da das AMO mehr Platz fürs Publikum bietet, sind es weniger Auftritte diesmal, insgesamt sechs Vorstellungen. Wir haben eine Vorpremiere dort, wo wir derzeit proben – als Dankeschön, dass wir die Räume nutzen können, im Pflegeheim in der Eiskellerpassage. Außerdem gibt es einen Auftritt am 17. Dezember in Gerwisch.


Daten, Fakten

Die Schaubühne ...
... ist ein Verein von theaterinteressierten Frauen und Männern, die alljährlich Inszenierungen auf die Bühne bringen. Einzige Voraussetzung, Mitglied im Ensemble zu sein, ist das Interesse am Theater. Das Motto ist: „Bei uns ist jeder willkommen, jung oder alt, groß oder klein ... Spaß ist, was man draus macht.“

Dornröschen ...
... ist ein Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Erstmals schriftlich erwähnt 1812. Für das Weihnachtsmärchen wurde eine neue Theaterfassung geschrieben, von den Autoren G.K.P. Meinecke – frei nach den Gebrüdern Grimm. Regisseur des Stückes ist Knut Müller-Ehrecke. Die Inszenierung ist für Kinder ab 5 Jahre.

Aufführungen
Freitag, 8. Dezember, 9 und 11.30 Uhr, Samstag, 9. Dezember, 13.30 und 16 Uhr, Sonntag, 10. Dezember, 10 und 13.30 Uhr jewels im AMO-Kulturhaus, Erich-Weinert-Straße 27, 39104 Magdeburg

Eintrittskarten
Tickets für die Vorstellungen können bereits erworben werden. Es gibt sie an den bekannten Vorverkaufsstellen der Stadt und auf der Internetseite schaubuehne-magdeburg.de / Gruppen können sich direkt per Mail wenden an: info@schaubuehne-magdeburg.de

Eintrittspreise
Die Karten kosten für Kinder jeweils 6 Euro, für Erwachsene 9 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr. Sonderrabatte für Gruppen ab 10 Kinder: 5 Euro/Kind + ein Erzieher frei

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